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Panzerwelse/Schwielenwelse
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Klasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Unterklasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Überordnung: Ostariophysi
Ordnung: Welsartige (Siluriformes)

Beachtet man einige Dinge über die Corydoras' so ist's eigentlich ganz einfach mit diesen Tierchen:

1. DER PANZERWELS IST EIN SCHWARMFISCH. Leute, die die Einzel- oder Paarhaltung praktizieren oder auch nur empfehlen (hier sei der Zoohändler als gelegentlich schwarzes Schaf angeprangert), gehören als Tierquäler angeprangert! Corydoras hat ein ausgeprägtes Schwarmverhalten, welches sich allgemein auch gut beobachten läßt. Dies gelingt jedoch nur schwer im kleine Becken, denn, obwohl er ein Bodenbewohner ist, braucht er viel Schwimmraum, damit er (der Schwarm) seine Bahnen ziehen kann. Und, Leute, es nützt nichts: Corydoras ist ein Schwarmfisch, da ändert auch euer Geiz bei der Anschaffung nichts dran. Keiner würde auf den Gedanken kommen, den Neon nicht im Schwarm zu halten, oder? Ein Schwarm ist übrigens eine Gruppe von wenigstens fünf Tieren der GLEICHEN ART!

2. DER PANZERWELS LEBT AM BODEN und sucht dort sein Futter. Diese Tatsache muß Beachtung finden. Fische die am Boden leben brauchen einen Bodengrund, der nicht scharfkantig ist. Der Panzerwels verletzt sich seine hochempfindlichen Barteln und ohne die geht er elendig zu Grunde!! Das Futter der Panzerwelse kann mitunter so klein sein, dass es mit bloßem Auge nicht mehr zu sehen ist. Es ist also nicht nötig, einen Futter-Schneefall im Becken zu inszenieren, "damit für die Panzerwelse noch genug unten ankommt". Die Tatsache der Nahrungsaufnahme vom Boden befreit den Aquarianer nicht von seinen Bodenpflege-Pflichten, denn Corydoras frißt durchaus nicht jeden Mist.

Die meisten Bodenbewohner mögen nicht nur "unscharfen" Kies, sie bevorzugen auch den dunklen Bodengrund.

3. PANZERWELSE SIND SÜDAMERIKANER und als solche bevorzugen sie eher die neutralen bis sauren pH-Werte und weiches Wasser (niedrige KH-Werte). Die so viel zitierten GH-Werte hingegen sind wenig aussagekräftig und deshalb eher zweitrangig.

4. PANZERWELSE WERDEN zum Teil GRÖßER ALS MAN DENKT. Ja ich weiß, jetzt kommt wieder die Blödsinnsargumentation "die passen sich doch der Beckengröße an". Das tut kein Fisch. Wenn das so wäre könnte ich mir auch 'nen weißen Hai ins Aquarium setzen und denken, der wird jetzt nur 20 cm lang.

Fische verkümmern vom Wuchs her, wenn sie in zu kleinen Becken gehalten werden. Wenn der Wuchs verkümmert, setzt die Degenerationsphase verfrüht ein, d.h. der Fisch stirbt eher als er muß. Denkt mal drüber nach!

Die Zwergpanzerwelse (griseus, pygmeus, habrosus, hastatus) bleiben deutlich kleiner, sind aber auch keine reinen Bodenbewohner - sie halten sich öfter frei schwimmend (natürlich auch im Schwarm) im Becken auf.

5. PANZERWELSE SIND FRIEDLICH UND HÖFLICH. Das muß wohl nicht näher kommentiert werden.

6. PANZERWELSE VERFÜGEN ÜBER DIE "DARMATMUNG". D.h. wenn "dicke Luft" im Becken ist, können sie atmosphärische Luft an der Oberfläche "verschlucken" und den Sauerstoff über den Darm für die Atmung verfügbar machen. Somit sind sie nicht auf sauerstoffreiches Wasser angewiesen, wenn sie dieses auch z.T. vorziehen.

7. SCHLECHTE WASSERWERTE mögen sie natürlich nicht (wer mag die schon?). Bestimmte Werte vertragen sie anscheinend weniger als andere Fische. Was sie überhaupt nicht gut leiden können, ist ein zu schnelles Umgewöhnen in ein neues Becken, dies quittieren sie nur allzu oft sofort oder auch noch zwei bis drei Wochen später mit ihrem Ableben.

8. Der Meinung, dass der Panzerwels LEBENDFUTTER braucht, kann ich mich nicht anschließen. Futtertabletten liebt er, aber die versauen nur allzu oft das Wasser.

Was noch?

Corydoras ist kein Räuber, er ist tagaktiv, braucht Verstecke, einige Arten lassen sich im Gesellschaftsbecken nachziehen, es gibt ihn in einer unglaublichen Artenvielfalt, einige Arten sind im Handel supergünstig, andere wiederum superteuer.

Volker Riekenberg

Herkunftsregion: Südamerika, Trinidad

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