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aquaristic.net - Aquaristik, Terraristik, Teich

Ziersalmler
Gattung Nannostomus
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Reihe: Fische (Pisces)
Klasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Ordnung: Salmlerartige (Characiformes)
Familie: Schlanksalmler (Lebiasinidae)

Es sind immer wieder diese kleinen zierlichen Tiere, wie eben die zu den "Schlanksalmlern" gehörenden Nannostomus-Arten (mit einigen anderen Arten werden sie auch als "Bleistiftfische" bezeichnet), die dafür sorgen, daß ich vor einem Aquarium stehen bleibe und mit mehr als dem geübten Blick des Zoohändlers ins Träumen und Schwärmen gerate. Seit mein damaliger Chef und Ausbilder mich auf diese Tiere aufmerksam gemacht hat, gehören sie ganz fest zu meinen absoluten Lieblingen und es fällt mir jedes Mal wieder schwer nicht der Versuchung zu erliegen, für sie ein neues Becken einzurichten.

Besonders angetan haben es mir die drei wohl bekanntesten Nannostomus-Arten: beckfordi, marginatus und trifasciatus. Die am häufigsten benutzten deutschen Namen sind Längsbandziersalmler (beckfordi), Zwergziersalmler (marginatus) und Dreibinden-Ziersalmler (trifasciatus). Ich bin einigermaßen froh, daß diese Tiere im Handel relativ teuer (ca. 6-8 DM pro Tier) sind, sie werden auf jedenfalls nicht so leichtsinnig und achtlos konsumiert wie die Dutzendware "Neon" oder "Guppy". Lebende Tiere können meiner Meinung nach eh nicht teuer genug sein…

Herkunft: Südamerika (wen wundert's), Amazonas + Nebenflüsse, Brasilien, Surinam, Guyana

Sozialverhalten: Absolut friedlicher fast schon scheuer Schwarmfisch (je größer der Schwarm, desto schöner der Anblick und -logisch- desto wohler fühlen sie sich). Marginatus und Trifasciatus nur mit ruhigen kleinen Fischen vergesellschaften, da sie sonst vor lauter "Muffensausen" nur noch verschreckt in der Ecke stehen. Beckfordi ist etwas mutiger (klar, ist ja auch der Längste von den Dreien).

Ihrer eigenen Brut gegenüber verhalten sie sich eher "unsozial" - sie sind Laichräuber. Betreiben folglich keine Brutpflege.

Aussehen:

Tagfärbung: Schöööööön! Langestreckt, schlank, kleine Flossen, einer (beckfordi) oder mehrere (marginatus, trifasciatus) schwarze Längsstreifen. Beckfordi's restlicher Körper ist rot bis rotbraun. Marginatus und trifasciatus restlicher Körper ist mehr oder weniger silbrig/goldig. Die Flossen haben intensiv rote Flecken (fehlt die Vergleichsmöglichkeit, so kann man marginatus und trifasciatus leicht verwechseln. Marginatus ist mit 3,5 cm der kürzere und er ist etwas dicklicher, trifasciatus ist schlanker, wird bis zu 5,5 cm lang und ist der Goldigere von beiden.)

Nachtfärbung: Wenn es schummrig wird im Becken, dann verschwinden die Längsstreifen fast völlig zu gunsten von unscharfen Querbändern (ich hab anfangs immer gedacht, sie fühlen sich nicht wohl - ist aber völlig normal).

Futter/Fütterung: Diese doch etwas scheueren Tiere sind dämmerungsaktiv (tagsüber stehen sie meist regungslos zwischen den Pflanzen), sie werden dann recht munter und würden in der freien Natur nach feinen Insekten an der Oberfläche jagen. Im Becken fressen sie so ziemlich alles, was ihnen geboten wird - es muß nur fein genug sein. Auf jeden Fall sollten sie regelmäßig Lebend- oder besser Frostfutter erhalten (Artemia ist immer gut, schwarze Mückenlarven und Drosphila-Fliegen sollen sogar noch stimulierend für die Paarung sein (Achtung! Ist kein Viagra-Ersatz für Menschen!!)). Die Aufzucht der Jungtiere muß mit Staubfutter (Infusorien) erfolgen.

Ansprüche an Wasser und Beckeneinrichtung: pH im sauren Bereich (6-7) meist wird Torffilterung empfohlen, KH unter 4°, Temperatur 24-26 (trifasciatus bis 28) Grad, dichte Bepflanzung aber auch ausreichen freier Schwimmraum (nicht vergessen: Schwarmfisch!), Schwimmpflanzen werden empfohlen, da die kleinen es ja lieber in der Dämmerung treiben (wenn man nicht zu viel Wert auf geographische Korrektheit legt, dann eignen sich zur Bepflanzung recht gut Cryptocoryne und Anubias, da sie mit wenig Licht auskommen). Auf Nitrat im Wasser regieren sie recht empfindlich, schwankende Wasserwerte mögen sie ebenfalls gar nicht (beckfordi ist da allerdings etwas duldsamer als die anderen). Ansonsten mögen sie sauerstoffreiches Wasser und eine leichte Strömung. Der Bodengrund sollte unbedingt dunkel sein.

Die Zucht ist bei den Nannostomus-Arten leichter als bei den anderen "Bleistiften": pH auf 6 senken, KH auf 2°. Javamoos und/oder ein Laichrost verhindern, das der Laich gleich wieder gefressen wird. Einzelne Paare zur Zucht ansetzen. Freilaicher, Laichräuber, schummriges Licht, schwarze Mückenlarven als Aphrodisiakum…

So, ich hoffe, daß ich dem einen oder der anderen meine Lieblinge schmackhaft machen konnte und wünsche viel Spaß und Erfolg bei der Pflege der Tiere.

Volker Riekenberg

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