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aquaristic.net - Aquaristik, Terraristik, Teich

Überlegungen zum Boden

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Überlegen Sie sich vorher, wie's am Boden aussehen soll. Jede spätere Änderung macht ziemlich viel Arbeit und Sauerei.

Grundsätzlich wichtig ist am Boden natürlich der Kies. Er bietet Halt für die Pflanzen und ist Nährboden für Schadstoffabbau betreibende Bakterien (Filterbakterien).

Damit die Pflanzen sich gut halten können und sich genügend Bakterien ansiedeln können sollte die Kiesschicht ausreichend dick sein. In kleineren Becken 5-6 cm in größeren entsprechend mehr. (Faustregel: pro 100 Liter ca. 20 kg)

Auswahl des Kies:

Grober Kies ist immer auch ein wenig scharfkantiger. Dies ist natürlich von Nachteil für die Bodenbewohner, die sich daran verletzen können. Eine Körnung von 1 bis 4 mm sollte nur dann überschritten werden, wenn auf Panzerwelse u.ä. verzichtet wird. Eine Mischung aus verschiedenen Körnungen macht auch wenig Sinn, da die feinere Körnung mit der Zeit immer nach unten durchsickert. Das der grobe Kies nun besser für die Durchflutung/Durchlüftung des Bodens sei, konnte ich bislang nicht beurteilen.

Heller Kies veralgt schneller. Dieser Kies reflektiert das Licht stärker als dunkler Kies. Das hat zur Folge, daß "einfach ausgedrückt" mehr Licht im Becken ist. In Becken mit hellem Kies kann oftmals nicht nur die Algenschicht auf dem Boden beobachtet werden, sondern auch an den Scheibeninnenseiten. Ziemlich unschön!

Eingefärbter Kies sieht zwar cool aus, ich will aber nicht ausschließen, daß er nicht nach einer gewissen Zeit ausbleicht und/oder (Farb-) Stoffe ans Wasser abgibt, die dann zu Vergiftungen führen.

Der herkömmliche Aquarienkies ist fast noch die beste Wahl. Nimmt man hier einen feinkörnigen dunklen Kies, so ist man auf jeden Fall recht gut beraten. Dieser Kies hat den großen Nachteil, daß er vorher gewaschen werden muß, was ziemlich zeitaufwendig und anstrengend ist. Auch kann bei diesem Kies nicht ausgeschlossen werden, daß irgendwelche Stoffe in den Steinchen eingeschlossen sind, die dann mit den Jahren ans Wasser abgegeben werden. Dieser Vorgang ist so langsam und schleichend, daß niemand darauf kommt ihn in Betracht zu ziehen. Dies ist allerdings nur eine Spekulation, für die ich keinen Beweis antreten kann!

Meine Empfehlung: Der feinkörnige rundgeschliffene reine Quarzkies von der Firma Dennerle. Es gibt ihn in den Farben (wobei es sich nicht um eine Einfärbung handelt, sondern um Quarze in den entsprechenden Farben) schwarz, grau, rehbraun, dunkelbraun, moosgrün und naturweiß. Rehbraun ist mein Favorit. Der Dennerle Quarzkies muß auch nicht vorher gewaschen werden. Es kann allerdings vorkommen, daß sich eine gewisse Zeit nach Einbringen dieses Kies' eine Schaumschicht an der Wasseroberfläche bildet. Diese Schicht verschwindet von alleine wieder und scheint auch nicht giftig zu sein. Der einzige wirkliche Nachteil dieses Kies' ist sein Preis: 10 kg kosten im Handel ca. 30,- DM (25 kg herkömmlicher Kies dagegen nur 10 - 15,- DM).

Nährstoffsubstrat:

Unter den Kies gehört für mich immer noch ein Nährstoffsubstrat, welches über einen langen Zeitraum die Pflanzen über die Wurzen mit Nahrung versorgt. Die Firmen Tetra, Sera, JBL, Dupla und Dennerle habe entsprechende Produkte im Programm. Sowohl mit Tetra aber vor allem mit Dennerle habe ich gute Erfahrungen sammeln können (außer beim Preis: für 100 Liter Beckeninhalt kostet's wieder ca. 30,-DM)

Bodenfluter:

Um den Boden zu durchlüften und die Nährstoffe besser zu transportieren hilft noch der Einsatz eines Bodenfluters. Von Eheim gibt es da zwei Prinzipien, die mit dem Filter verbunden sind: Das Ansaugprinzip saugt das Aquarienwasser durch Kies und Bodenfluter in den Filter. Hierbei dient der Kies noch als zusätzlicher Vorfilter (Nachteil: Kies muß häufiger mit der Mulmglocke gründlich gereinigt werden!). Das Ausströmprinzip läßt das gereinigte Wasser aus dem Filter von unten durch den Kies ins Becken fließen. Das hat den Vorteil, daß der Kies immer recht sauber ist (Nachteil: Bei Einsatz von Nährstoffsubstrat würde ich dieses Prinzip nicht anwenden!).

Der Bodenfluter von Dennerle (nein ich habe keinen Vertrag mit der Firma Dennerle!) arbeitet mit Wärme (dient also gleichzeitig als Heizung). Das Wasser im und unterm Kies wird erwärmt und steigt somit nach oben (das kennt man ja aus der Physik!). Das relativ häufig mit hohen Schadstoffkonzentrationen belastete Wasser im Kies wird also ganz sanft aufgetrieben und kann vom Filter besser aufgenommen werden. Die Pflanzenwurzeln kriegen frisches, saubereres Wasser. Der Kies wird gereinigt. Für die Pflanzen hat dieses Prinzip nur Vorteile (schon alleine die Tatsache, daß die Wurzeln gleichbleibend warm gehalten werden wirkt sich vorteilhaft aus!). Da diese Durchflutung nicht durch den Filterdruck verursacht wird, kann man dieses Prinzip auch gut bei Einsatz von Nährböden verwenden. Ja, der Dennerle Bodenfluter ist mein Favorit. Ist aber SEHR teuer…

Unterschiedliche Farben, Körnungen und Ebenen:

Will man seinen Kiesboden optisch ein wenig aufwerten, so kann man verschieden hohe Bereiche einbringen (logisch: hinten höher als vorne); man kann mit verschiedenen Kiesfarben arbeiten oder mit unterschiedlichen Körnungen. Spätestens beim Kiesreinigen mit der Mulmglocke geraten diese Ebenen und Schichten dann aber wieder durcheinander. Es sei denn man trennt die Bereiche permanent durch Schieferplatten oder Terassensteine aus Keramik (ich nenne jetzt mal keine Hersteller… teuer!!) ab. Am sichersten ist's wenn man diese Abtrennungen mit Silikon einklebt.

So, jetzt ist der Bodenbelag fertig:

-Bodenfluter (optional)
-Nährboden (optional, aber ratsam)
-Kies (muß)
-Abtrennungen (optional)

Bevor ich jetzt das Wasser einfülle, lege ich noch eine Plastiktüte auf den Boden, damit mein kunstvoll gestylter Boden nicht gleich durch den Wasserstrahl wieder zerstört wird. Auch in Zukunft sollte Wasser nicht per direktem Strahl ins Becken fließen, sondern über die Hand oder einen anderen geeignete flachen Gegenstand (Fliese, Schieferplatte, Holzbrett…)

Volker Riekenberg

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