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Afghanen gibt es vermutlich schon seit über 4.000 Jahren. Sie wurden zur Jagd eingesetzt, die sie ohne menschliche Begleiter absolvierten, daher ist es auch heute noch sehr schwer, einen Afghanen zu bremsen, wenn er erst einmal angefangen hat zu rennen.

Natürlich hatten die damaligen Afghanen kein derartig langes Fell, denn ansonsten hätte man wahrscheinlich in jedem Dornenbusch einen hoffnungslos festsitzenden Afghanen gefunden.

Durch seine elegante Erscheinung wird er leider auch heute noch oft von Damen der "feinen Gesellschaft" gehalten, die ihm beim besten Willen nicht seine Bedürfnisse erfüllen können. Afghanen sind die richtigen Hunde für aktive Menschen, die mit ihm Fahrrad fahren. Auch auf der Windhundrennbahn kann man ihm die benötigte Bewegung verschaffen, aber bitte nur zum Spaß des Hundes und nicht aus selbstsüchtigem Ehrgeiz den schnellsten Hund zu haben.

Beim Besuch einer Afghanenzüchterin (bitte nicht verallgemeinern) war ich entsetzt, was diese "Dame" mit den armen Kreaturen anstellte.

Sie züchtete immer wieder mit sehr eng verwandten Hunden und wunderte sich auch noch darüber, daß bei immer mehr Nachkommen Zahnfehler auftraten. Aber sie war nicht davon zu überzeugen, daß dies an der Inzucht liegt, die sie betreibt, denn "es sind ja nur Hunde und keine Menschen".

Als nächstes erzählte sie auch noch ganz stolz, daß sie ihre Hunde einmal in der Woche badete und alle zwei Wochen für jeden Hund eine ganze Flasche Pflegespülung verbraucht. Anschließend wurde natürlich trockengeföhnt. Was sie damit für Schaden an dem natürlichen Säureschutzmantel der Haut anrichtete, kam ihr überhaupt nicht in den Sinn.

Außerdem ging sie mit ihren Hunden bei schlechtem Wetter nicht spazieren, denn sie könnten sich ja das Fell ruinieren. Stattdessen wurden sie dann für 15 Minuten auf ein gepflegtes Rasenstück, das etwa 20 m² groß war, gelassen, um dort ihre Notdurft zu verrichten. Anschließend wurden sie dann erst einmal in einen Ausstellungskäfig gesperrt, den sie erst wieder verlassen durften, wenn sie getrocknet waren.

Besonders leid taten mir die Ausstellungstiere. Ihr Fell war derart lang, daß sie immer eine Halskrause tragen mußten, damit ihr Fell nicht immer in den Augen, dem Wasser- und dem Futternapf hängt. Ein Umdenken bei Ausstellungen und Zuchtrichtlinien tut hier dringend Not.

Ich kenne Afghanenbesitzer, die das Fell ihrer Tiere auf einer pflegeleichten und für ihren Hund vorteilhaften Länge halten. Solche Tiere sehen immer noch elegant aus und meiner Ansicht nach auch schöner als diese zur Barbiepuppe degradierten Hunde.

Oliver Kube

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