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Roborowski-Zwerghamster |
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| Klasse: Säugetiere (Mammalia) Ordnung: Nagetiere (Rodentia) Familie: Wühler (Cricetidae) Unterfamilie: Hamster (Cricetinae) Gattung: Kurzschwanz-Zwerghamster (Phodopus) Der Roborowski-Zwerghamster (Phodopus roborovskii) ist eine zu den Hamstern gehörende Nagetier-Art. Er bewohnt die Wüstengebiete des nördlichen Chinas, der Mongolei und der Mandschurei und wird zunehmend auch als Heimtier gehalten. Körpermerkmale Der Roborowski-Zwerghamster ist einer der kleinsten Zwerghamster, seine Kopfrumpflänge beträgt etwa 6 bis 9 cm und nimmt von Westen nach Osten ab. Die Ohren sind 10 bis 14 mm lang und im Verhältnis zur Körpergröße bei der mandschurischen Population am längsten. Die Länge der Hinterpfoten variiert zwischen 10 und 12 mm, der Schwanz ist zwischen 7 und 14 mm lang und meist kürzer als die Hinterpfoten. Bei Tieren des Nan Shan ist der Schwanz außergewöhnlich kurz und auch die sonstigen Körperproportionen unterscheiden sich von denen anderer Populationen. Männchen erreichen ein Körpergewicht von etwa 26 g, Weibchen sind mit durchschnittlich 24,5 g etwas leichter. Das Gesicht wird von den beiden dunklen, relativ großen Augen dominiert. An der Schnauze befinden sich lange Tasthaare, die oberen sind weiß, die unteren schwarz. Die Knochen der Pfoten sind verkürzt und diese somit ungewöhnlich kurz und breit. Die Proportionen der Knochen zueinander sind jedoch nicht besonders abgewandelt. Die Sohlenballen der Vorder- und Hinterpfoten sind zusammengewachsen und die Pfoten sind durchweg dicht behaart. Die für Hamster typischen, großen, innen liegenden Backentaschen sind eine Erweiterung der Mundhöhle. Sie öffnen sich zur zahnfreien Lücke des Gebisses hin und reichen in gefülltem Zustand bis hinter die Schultern. Für das Öffnen der Backentaschen sind wahrscheinlich fünf aus dem Backenmuskel abgeleitete Muskeln zuständig. Der aus dem Trapezmuskel entstandene, zurückziehende Muskel entspringt an der Lendenwirbelsäule und setzt an der unteren und der zur Mundhöhle hin gelegenen Seite der Backentaschen an. Schädel und Gebiss Der Schädel des Roborowski-Zwerghamsters ist zierlich und etwa 23 mm lang. Die Länge der Schädelbasis beträgt etwa 19 mm, die des Unterkiefers etwa 13 mm und der Gaumen ist etwa 11 mm lang. An der breitesten Stelle, den Jochbögen, beträgt die Breite des Schädels etwa 12,5 mm, über die Backenzähne etwa 4,5 mm und der Abstand zwischen den Augenhöhlen beträgt etwa 4 mm. Die Schnauze ist stumpf und schlank mit schmalen, etwa 8 mm langen Nasenbeinen, die Schneidezahnlöcher sind mit etwa 3,5 mm kurz, relativ breit und reichen nicht bis zur Backenzahnreihe, das Foramen infraorbitale ist oval und ähnelt dem der Mittelhamster und der vordere Randbereich des schmalen Jochbeins ist eingebuchtet, allerdings weniger als bei den Mittelhamstern. Der Hirnschädel ist vorne breit und tief, hinten schmal und flach und der Os interparietale hat die Form eines gleichschenkligen Dreiecks. Die Gruben des Flügelbeins sind breit und flach, die Bulla tympanica ist verkleinert und abgeflacht mit röhrenförmiger, knöcherner Eustachi-Röhre, das Foramen stapediale ist winzig und die Squamoso-Alisphenoid-Gruben und das Foramen sphenofrontale fehlen. Das für Mäuseartige typische Gebiss des Roborowski-Zwerghamsters weist insgesamt 16 Zähne auf. In Ober- und Unterkiefer befinden sich je ein Paar Nagezähne und in jeder Kieferhälfte drei hintere Backenzähne, Eckzähne und vordere Backenzähne sind nicht vorhanden und zwischen Nagezähnen und Backenzähnen befindet sich eine etwa 6,5 mm große zahnfreie Lücke. Die Zahnformel lautet 1-0-0-3, ein Zahnwechsel findet nicht statt. Die Nagezähne sind wurzellos und wachsen ein Leben lang, Zahnschmelz befindet sich nur auf der Vorderseite. Die Kaufläche der Backenzähne ist die einfachste aller Hamster, die Zahnhöcker und Vertiefungen der oberen und unteren Backenzähne liegen direkt gegenüber und zwischen den Höckern befinden sich keine von Zahnschmelz umgebenen Gruben. Der dritte obere Backenzahn ist stark reduziert und die Backenzahnreihen des Ober- und Unterkiefers sind etwa 3,5 mm lang. Fell und Farbe Das Fell des Roborowski-Zwerghamsters ist weich und fein, die Haare der Oberseite sind etwa 9 mm lang. Das weiße Bauchfell ist klar vom dunkleren Rückenfell abgegrenzt, der Übergang ist gewunden und läuft in einem Bogen über Schultern, Seiten und Hüften. Die Färbung des Rückens variiert von hellbraun bei Populationen des Nan Shan über graubraun bei Tieren Shaanxis und der Mongolei bis grau bei denen der Mandschurei. Die Seiten und der hintere Teil der Oberseite sind bei der mandschurischen Population ebenfalls grau, bei den anderen gelblich. Während des Fellwechsels nimmt das Fell eine gräulichere Färbung an. Das Unterfell ist bei allen Populationen schiefergrau. Ein markanter weißer Fleck befindet sich über beiden Augen und ein kleiner weißer Fleck jeweils am Ansatz der Ohren. Die vordere Hälfte der Ohraußenseite ist grau bis bräunlich-schwarz, die hintere Hälfte und die Innenseite sind weiß. Die gesamte Unterseite ist mit dichtem, reinweißem Fell bedeckt. Dies gilt ebenfalls für den Mundbereich und die Tasthaarfelder, den Schwanz, und die Gliedmaßen einschließlich der Sohlen von Vorder- und Hinterpfoten. Lediglich am Ansatz des Daumens befindet sich eine kahle Stelle. Organe Der Magen des Roborowski-Zwerghamsters besteht aus einem hornigen Vormagen und einem drüsenhaltigen Hauptmagen. Im Gegensatz zum Campbell-Zwerghamster und Dsungarischen Zwerghamster reicht das hornige Gewebe des Vormagens bis zum Pförtner im Hauptmagen. Der Pförtner besitzt keine Drüsen und die Anzahl der Drüsen des Magenfundus ist beschränkt. Die Länge des Darms verteilt sich wie beim Dsungarischen Zwerghamster und ähnlich den Grauen Zwerghamstern zu 60 % auf den Dünndarm, zu 13 % auf den Blinddarm und zu 27 % auf den Dickdarm. Die Nieren des Roborowski-Zwerghamsters besitzen wie die des Campbell-Zwerghamsters und des Dsungarischen Zwerghamsters einen höchst wirkungsvollen Mechanismus um Wasser zu konservieren und sind zur Kationen-Ansammlung fähig. Im Gegensatz zu den beiden anderen Hamstern fehlen spezielle Mechanismen um überschüssige Salze auszuscheiden. (Siehe auch: Ausscheidung von Wasser und Salzen) Die Bauchdrüse in der Mitte des Bauches ist bei beiden Geschlechtern vorhanden, bei den Männchen jedoch größer als bei den Weibchen. Ihr Sekret wird zur Markierung verwendet. Verbreitung und Lebensraum Der Roborowski-Zwerghamster bewohnt die Gobi und angrenzende Wüstenregionen des nördlichen Chinas und der Mongolei in Höhen von 1200 bis 1450 m. Sein Verbreitungsgebiet reicht vom Süden Tuwas und dem Saissanbecken im Osten Kasachstans über die westliche und südliche Mongolei sowie den Nordosten der Dsungarei in Xinjiang, das nördliche Gansu und Qinghai, Ningxia, das nördliche Shaanxi und Shanxi und die innere Mongolei bis zum Westen Liaonings und Jilins und dem Südwesten Heilongjiangs in der Mandschurei. Fossilfunde sind nicht bekannt. Die Populationsdichte in Kasachstan, Tuwa und der Mongolei ist niedrig. So macht der Roborowski-Zwerghamster je nach Jahr und Jahreszeit nur 0,7 bis 4,4 % der am Doroo-See in Tuwa gefangenen Säugetiere aus. Im südlichen Teil seines Verbreitungsgebietes ist der Hamster zahlreicher und in den Sandhügeln des nördlichen Shaanxi und den Dünen der Ordosebene ist er häufig anzutreffen. Die Art gilt laut IUCN als nicht gefährdet. Der Lebensraum des Roborowski-Zwerghamsters sind Wüsten und Halbwüsten mit losem Sand und spärlicher Vegetation. Er vermeidet Lehmböden und Gebiete mit dichter Vegetation. So bewohnen Tiere aus der Nähe des Doroo-Sees allein stehende, 20 bis 30 m hohe Sicheldünen, die auf der Leeseite mit Wermutkrautbüscheln und anderen Wüstenpflanzen bewachsen sind. Weitere typische Pflanzen aus der näheren Umgebung der Tiere sind Saxaul-, Charmyk-, Erbsen- und Meerträubelsträucher. Sein Verbreitungsgebiet überschneidet sich teilweise mit dem anderer Hamster wie dem Campbell-Zwerghamster, Renn- und Altweltmäusen, Blindmullen, Springmäusen, Hörnchen und Pfeifhasen. Die Ernährung der Arten ist jedoch hinreichend unterschiedlich um eine Konkurrenzsituation zu vermeiden. Fortpflanzung und Entwicklung Zwischen dem 14. und 24. Lebenstag wird die Geschlechtsreife erreicht. Nach einer Trächtigkeitsdauer von 19 bis 22 Tagen und einer Wurfstärke von bis zu 7 Jungen schließt sich eine Säugeperiode von 15 bis 21 Tagen an. Danach sind die Jungtiere selbständig. Der Abstand zwischen zwei Würfen kann weniger als 30 Tage betragen. Die Lebensdauer beträgt 2 bis 3 Jahre. Lebensweise und Verhalten Infolge der Anpassung an das Leben im Bereich von Wüsten und Halbwüsten benötigen die Tiere zum Nahrungserwerb ein großes Territorium. Trotz ihrer geringen Körpergröße sind sie ausgesprochen bewegungsfreudig. Roborowski-Zwerghamster sind vorwiegend nachtaktiv und leben als Einzelgänger. In natürlicher Umgebung graben die Tiere Tunnel in den lockeren Sand und kleiden ihre Nesthöhlen mit Kamelwolle aus. Sie halten keinen Winterschlaf. Bau Die in sandigen Landstrichen beheimateten Roborowski-Zwerghamster bewohnen einen unterirdischen Bau, den sie entweder selbst graben oder von anderen Tieren übernehmen. Der selbstgegrabene Bau ist sehr einfach angelegt und besteht typischerweise aus einem nur 50 bis 150 cm langen Gang, der fast gerade in eine Sanddüne hineinreicht und sich am Ende zu einer Nestkammer erweitert. Gelegentlich enthält ein Bau auch eine Verzweigung oder eine zweite Nestkammer. Die Nestkammer befindet sich in festeren, feuchten Sandschichten und enthält ein kugelförmiges Nest aus Kamel- oder Schafwolle. Während der nestnahe Teil des Ganges relativ lange erhalten bleibt, wird der einzige Eingang zum Bau meist bald von umherwehendem und herabrieselndem Sand verschüttet. Zwerghamster bleiben bezüglich ihrer Fähigkeit zu Graben weit hinter Rennmäusen, Zieseln, Blindmullen und auch Wühlmäusen zurück. Häufig bewohnen sie deshalb alte und verlassene Baue anderer Nagetiere oder auch noch nicht verlassene Baue als Untermieter. In Tuwa fand Wladimir J. Flint (1966) an Bauen des Mongolischen Pferdespringers, des Langschwanzziesels und besonders des Daurischen Pfeifhasens alle dort vorkommenden Zwerghamsterarten einschließlich des Roborowski-Zwerghamsters. Die Benutzung artfremder Baue hat eine nicht geringe Bedeutung für die Flöhe, die auf Zwerghamstern parasitieren. Ernährung Wie andere Hamster auch, trägt der Roborowski-Zwerghamster fast seine gesamte Nahrung in seinen Bau, um sie dort zu verspeisen. Dies gilt für erwachsene Tiere ebenso wie für halbwüchsige und Jungtiere. Behilflich sind ihm dabei seine Backentaschen, die wenn prall gefüllt nicht nur den Kopf sondern auch den Körper deformiert erscheinen lassen. Da sich die Backentaschen gefangener Tiere leicht haltbar machen lassen, ist die Ernährung des Roborowski-Zwerghamsters recht genau bekannt und zwar auch in Bezug auf die Menge der einzelnen Bestandteile. Wie andere Hamster auch, ernährt sich der Roborowski-Zwerghamster hauptsächlich von den Samen ein- und mehrjähriger Gräser sowie einiger Sträucher. Vegetative Pflanzenteile spielen lediglich im Winter als Ersatznahrung eine Rolle. Auch wirbellose Tiere wie Insekten, Spinnen und Schnecken werden verspeist, allerdings in geringerem Maße als bei anderen Hamstern. Eine Spezialisierung auf bestimmte Futterpflanzen lässt sich nicht feststellen, fast alle in seinem Verbreitungsgebiet vorkommenden Pflanzenarten werden genutzt. Dagegen lassen sich je nach Verfügbarkeit in verschiedenen Verbreitungsgebieten und zu verschiedenen Jahreszeiten erhebliche Unterschiede feststellen. Die wichtigsten Futterpflanzen sind die, die gerade die beste Samenernte hervorbringen, und es werden auch sehr kleine Samen gefressen, wenn das Angebot hinreichend groß ist. Im Sommer besteht die Nahrung des Roborowski-Zwerghamsters in Tuwa hauptsächlich aus Samen von Sandsteinkraut (Alyssum desertorum), Erbsenstrauch (Caragana), Salpeterkraut (Nitraria), Drachenkopf (Dracocephalum peregrinum), Hauhechel (Astralagus) und Seggen (Carex), tierische Nahrung und vegetative Pflanzenteile sind ohne Bedeutung. Die Überreste von Käfern, Ohrwürmern und Heuschrecken in Bauen in der Mongolei deuten eine Ernährung vollständig durch Insekten an, die Untersuchung der Backentaschen ergibt jedoch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen pflanzlicher Nahrung und Insekten. In Shaanxi ernährt sich der Roborowski-Zwerghamster von Hirse und wird deshalb im Chinesischen Mi-tsang-er („Getreide-Lagerer“) genannt. Auch die Überreste von Grillen und anderen Heuschrecken sowie Schnecken wurden in ihren Nestern gefunden. Aktivität Die Aktivität des Roborowski-Zwerghamsters unterliegt tages- und jahreszeitlichen Schwankungen. Wie andere samenfressende Nagetiere ist er hauptsächlich dämmerungs- und nachtaktiv und verlässt nur selten tagsüber seinen Bau. Zwar hält er keinen Winterschlaf, doch geht seine Aktivität im Winter stark zurück. Im November ist die tägliche Aktivitätszeit mit durchschnittlich fünf Stunden am längsten und erreicht ihren Höhepunkt zwischen 21 und 22 Uhr. Im Februar und März dagegen beträgt die Aktivitätszeit weniger als zehn Minuten am Tag. Das Aktivitätsmuster des Roborowski-Zwerghamsters ähnelt somit dem des Dsungarischen Zwerghamsters, jedoch nicht dem des Campbell-Zwerghamsters. Roborowski-Zwerghamster und Menschen In neuerer Literatur wird der Roborowski-Zwerghamster als Tier beschrieben, welches menschliche Ansiedlungen meidet, nicht zu zähmen ist und den Kontakt mit Menschen scheut, selbst wenn er von Geburt an damit aufgewachsen ist. James Sowerby dagegen beschrieb 1914 den Roborowski-Zwerghamster der Ordoswüste als gelehrig, einfach zu halten und natürlicherweise zahm. Wegen seiner gelehrigen Veranlagung sei er weder versucht zu beißen, noch geneigt wegzulaufen. Dieser Artikel stammt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar |
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