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Kaninchen
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Zu den PostkartenKlasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Hasenartige (Lagomorpha)
Familie: Hasen (Leporidae)
Gattung: Oryctolagus

Vorab sei gleich bemerkt, daß Kaninchen keine Nagetiere (Ordnung Rodentia) sind. Sie gehören mit den Vertretern Hasen und Pfeifhasen in eine eigene zoologische Gruppe (Ordnung Lagomorpha - Hasenartige). Diese unterscheiden sich von den Nagetieren durch einen annähernd quadratischen Stiftzahn hinter den vorderen Schneidezähnen und eine Längsfurche auf den vorderen Schneidezähnen.

Die Schneidezähne wachsen dauerhaft und werden durch benagen von z.B. Holz immer auf der gleichen Länge gehalten.

Hasen eignen sich nicht zur Haltung in menschlicher Obhut. Alle in den Wohnungen und Gärten gehaltenen "Hasen" sind Kaninchen und stammen vom Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) ab.

Trotz Domestizierung haben diese Tiere viele natürliche Verhaltensweisen behalten. Kaninchen fühlen sich wie ihre wilden Artgenossen am wohlsten in der Gruppe. Das sollte auch bei der Haltung berücksichtigt werden, und es sollten mindestens zwei Exemplare zusammen gehalten werden. Ein Kaninchen versteht sich zwar mit einem Meerschweinchen, aber beide sprechen doch verschieden Sprachen.

Aufgrund ihrer Gutmütigkeit und der Tatsache, daß Kaninchen ihre Augen nicht dauerhaft schließen können, benutzt die Bestie Mensch diese Tiere auch zu perversen, grausamen Tierversuchen. Im sogenannten "Draize-Test" werden den Tieren Substanzen wie Waschmittel und andere kosmetische Grundlagen solange in die Augen getropft, bis diese völlig verätzt sind. Anzumerken ist hierbei zum einen, daß nahezu jeder weiß, daß Wachmittel im Auge brennt und zum anderen, daß Augenschmerzen die schlimmsten Schmerzen sind, die man einem Lebewesen zufügen kann.

Unterschieden werden die Rassen als Zwergrassen mit einem Gewicht von ca. 600 g bis 2 kg, kleine Rassen (2 kg bis 3,5 kg), mittelgroße Rassen (3,5 kg bis 4,5 kg) und große Rasse (4,5 bis über 7 kg).

Ferner gibt es auch Rassen mit langem Fell und natürlich die Widderkaninchen mit Schlappohren. Schlappohren müssen besonders gepflegt werden, da Verunreinigungen oder die Ohrmilben nicht auf den ersten Blick auffallen.

Auch ein großer Käfig ersetzt übrigens nicht den Freilauf in der Wohnung.

Wildkaninchen haben in ihrem Bau bestimmte "Kloecken". Diese Eigenart haben sich auch viele Wohnungstiere bewahrt. Probieren Sie ein kleines Katzenklo aus. Stellen Sie es an die bevorzugte Ecke, wo die Geschäfte verrichtet werden.

Die Ernährung ist einfach: Immer frisches Wiesenheu, Trinkwasser in einer Nippelflasche (bleibt sauber), Futtermischungen bekannter Hersteller und Grünfutter in Maßen. Keinen Kohl geben, da er zu Blähungen führt. Kopfsalat aus dem Handel sind nur bedingt geeignet, da sie mit Chemie vollgestopft sind. Hier ist ein eigener Garten die sichere Quelle. Löwenzahn etc. nur an abgasarmen Stellen sammeln. Wildkräuter werden besonders gern genommen. Informationen bietet die einschlägige Literatur (siehe unten).

Mathias Henschel

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