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Minischweine
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Frage: Was sind Minischweine?

Antwort: Im Prinzip alle Schweinchen die kleiner und leichter sind, als die "normalen" Artgenossen. Auch ein Schwein von 80 kg ist ein Minischwein.

Frage: Sind Minischweine eine Rasse?

Antwort: Ja und nein, Es gibt diverse Zwergrassen zwischen 15 und 60 kg, sowie

diverse Kreuzungstiere.

Rassen:

Zwerghängebauchschwein: 30-50 kg Farbe dunkel schwarz-grau, faltiges Gesicht, kurze stumpfe Schnauze, freundliches Wesen, sehr stämmige Figur mit "Hängebauch"

Göttinger Minischwein: 30-50 kg verschiedene Farben, längere Schnauze, breiter Kopf, wachsen lange

Münchner Miniaturschweine: hohes Gewicht bis 60 kg, aber schmale hohe Figur, längere Schnauze, dünneres Haar (Borsten) -kleid

Wiesenauer Miniaturschwein: 20-35 kg Farbe: einfarbig oder gescheckt, keine Falten, längere Schnauze, früh ausgewachsen

Indonesisches Minischwein/Maskenschwein: 10-25 kg Farbe: einfarbig oder gescheckt, schlanke Figur mit langer bis mittellanger Schnauze, freundliches Wesen

Amerikanisches Minipig: 15-50 kg !! alle Farben, verschiedene Schnauzenformen, variieren in Größe und Gewicht, Wesen oft sehr unterschiedlich durch Wildschweineinkreuzung.

Wildformen: Halsbandpicaris und Wildschweine (aus verschiedenen Erdteilen besonders Asien, Südamerika und Afrika)

Ich selbst züchte Kreuzungen aus indonesischen und südamerikanischen Schweinchen. Mein Zuchtziel ist ein sehr kleines Tier mit gutem ruhigen Wesen, welches aber langlebig und gesund sein soll. Sehr wichtig ist mir ein ruhiger freundlicher Charakter, damit das Tier seinen Besitzern dauerhafte Freude schenkt. Z.Zt. züchte ich mit einem Eber in Yorkiegröße, der wunderschön von der Farbe her ist (rot-weiß) und trotz seiner 3 Jahre freundlich und menschenbezogen geblieben ist, obwohl er keine Flaschenaufzucht ist. Meine Sauen haben Westie- bzw. Cockergröße. Kleinere Sauen haben oft Geburtsprobleme oder sterben bei der Geburt.

Frage: Kann ich ein Minischwein in reiner Wohnungshaltung halten?

Antwort: Nein, diese Haltung wäre nicht artgerecht. Ein Schweinchen braucht zum Glücklichsein einen Garten mit festem Zaun (evtl. nur ein Teilstück sehr gut einzäunen). Hier ist es beschäftigt, kann rennen, sich an Bäumen scheuern und in der Erde wühlen. Es ist auch für den Besitzer sehr anstrengend ständig mit einem Minischwein zusammen zu sein. Ein Minischwein ist ein geselliges sehr soziales Tier, welches sehr fordernd und besitzergreifend sein kann. Idealerweise sollte ein 2. Tier (Hund, Katze o.a. Minischwein) vorhanden sein oder aber der Besitzer sollte viel Zeit haben. An einer kombinierten Haltung Wohnung/Garten ist nichts auszusetzen.

Daraus ergibt sich die nächste Frage: Ist ein Minischwein für berufstätige Menschen geeignet?

Antwort: Ein klares NEIN. Ein Minischwein braucht Gesellschaft, Ansprache, Streicheleinheiten und Abwechslung. Hat es Langeweile, fängt es an Dinge zu zerstören, Schränke auszuräumen, Regale zu leeren und Stühle oder andere Gegenstände umzuwerfen. Man bedenke, daß der Rüssel über eine hochentwickelte Feinmotorik verfügt, die auch kleinste Teile findet, Schalter und Knöpfe bedienen kann. Ein Schweinchen kann aber auch hartnäckig solange gegen eine Tür oder andere Gegenstände drücken bis diese nachgeben - also viel Kraft im Verhältnis zur Körpermasse.

Frage: Läßt sich die Größe über das Futter steuern?

Antwort: Nein, diese ist genetisch bedingt und Tiere ständig hungern zu lassen ist Tierquälerei! Ein unterernährtes Tier sieht zwar zierlicher aus, aber Eiweiß-, Vitamin- und Mineralstoffmangel führen zu Muskelschwund, Knochenveränderungen und niedriger Lebenserwartung. Das gleiche gilt aber für Überernährung und Verfettung.

Frage: Was frißt ein Minischwein?

Antwort: Wir füttern ein Fertigfutter und zwar ein Starterfutter, denn aus der Hundezucht kleinster Hunde weiß ich, daß kleine Tiere, da sie weniger aufnehmen können ein hochwertiges Futter brauchen. Hier hinzu kommt im Wechsel Obst oder Gemüse kleingeschnitten. Ab und zu Joghurt, Quark, mal ein gekochtes Ei. Wichtig sind auch regelmäßige Gaben von Mineral-Vitamin-Tabletten, sowie ab und zu ein gutes Öl (Becell) um die essentiellen Fettsäuren zuzuführen. Reste vom Tisch, besonders Wurst oder Fleischreste sind absolutes Tabu!! Ein Schweinchen ist keine Biomülltonne, auch wenn es ständig alles fressen würde. Wichtig ist auch dem Tier nicht immer einen vollen Napf vorzusetzen. In der Natur muß ein Schwein oft stundenlang das Futter suchen. Wir wollen ja auch kein rundes dickes (Mast) Schwein, deshalb ruhig mal das Futter (in Stücke geschnittenes Obst oder Karotten etc.) weitläufig verteilen, damit das Schweinchen sich bewegt, sich beschäftigt.

Frage: Ist ein Schweinchen ein Hundersatz?

Antwort: Ja und Nein, Ein Minischwein ist ein Fluchttier. Es reagiert völlig anders als ein Hund. Während eine Mutterhündin ihre Welpen ständig berührt und beleckt, tut eine Sau dies mit den Ferkeln nicht. Berührungen, besonders Klammergriffe (Festhalten, Hochnehmen) lösen bei den Schweinchen Angst aus und sie schreien lautstark. Von Natur aus ist ein Schwein ein Beutetier. Es muß also an diese Dinge erst gewöhnt werden. Viele sind sehr enttäuscht, daß ein natürlich aufgezogenes Schweinchen sich nicht hochnehmen und "Knuddeln" läßt. Schweinchen sind aber sehr lernfähig, schlau und gut zu erziehen und stehen dem Hund in punkto Intelligenz in nichts nach. Jedoch nützt schimpfen oder Bestrafung hier gar nichts. Ein Schwein kann nur durch Belohnung (Kleinigkeiten wie Rosinen, Stückchen Knäckebrot o. Apfel) erzogen werden. Es wird nach einiger Zeit völlig zahm und vertraut seinem Besitzer. Es ist lustig, fordert zum Kraulen oder Spielen auf.

Ein Schweinchen ist ein liebenswerter Hausgenosse, wenn man ein dickköpfiges eigensinniges Haustier mit eigenem Willen mag.

Frage: Vertragen sich Minischweine mit anderen Haustieren?

Antwort: Mit Hunden kann es einige Probleme geben. Besonders Hunde mit Jagdhundblut neigen dazu Schweinchen anzugreifen. Wir selbst haben Chihuahua`s. Hier gibt es gar keine Probleme, die Tiere (besonders Jungtiere spielen zusammen). Meine Tochter hat Westies und Yorkies, da sieht die Sache anders aus. Obwohl sich die Tiere teilweise schon lange kennen, sieht besonders eine Westie-Hündin in den Schweinchen nur das saftige Fleisch, einige Yorkies spielen mit den jungen Ferkeln, werden sie größer sind diese ihnen nicht mehr geheuer. Man muß also seinen Hund genau kennen. Es liegt nicht am Schweinchen sondern in diesem Fall nur am Hund. Mit anderen Haustieren gibt es meines Wissens keine Probleme, viele Tiere dulden "stillschweigend" und nach einiger Zeit wird daraus eine dicke Freundschaft.

Frage: Gibt es allergische Reaktionen auf ein Minischwein?

Antwort: Meines Wissens ist ein Schweinchen auch für allergische Menschen geeignet. Es ist bei richtiger Haltung sauber, es haart nicht und riecht auch nicht.

Frage: Wird ein Schweinchen stubenrein?

Antwort: Ja ohne jedes Problem. Es wird schneller sauber als manche Katze. Es ist ganz einfach an ein größeres Katzenklo mit üblicher Streu zu gewöhnen. Im Stall geht es immer in die gleiche Ecke ( Wir legen Hobelspäne dorthin)

Frage: Wogegen soll ein Schwein geimpft werden?

Antwort: Wir impfen gegen Rotlauf und Schweinparvo. Es gibt aber noch weitere Impfungen. Ich empfehle dies mit seinem Tierarzt zu besprechen und sich beraten zu lassen. Hier spielt auch eine Rolle ob Schweinebetriebe (Mast o.Zucht) in der Nähe sind. Welche Krankheiten sind hier oder im Landkreis vermehrt aufgetreten. Außerdem muß berücksichtigt werden, ob Zuchtambitionen seines Besitzers bestehen.

Frage:Ist ein Minischwein empfindlich?

Antwort: Wird ein Minischwein gut und gesund ernährt, wird beachtet, daß es verschiedene Lebensmittel nicht verträgt, ist es trocken und zugfrei untergebracht (isolierter Stall mit Einstreu) kann es auch Minustemperaturen vertragen. Erst ab -10 Grad braucht der Stall eine Wärmequelle (Rotlichtlampe). Beachtet man, daß Impfungen und besonders Wurmkuren nötig sind, sowie vorbeugende Maßnahmen gegen Hautkrankheiten, hat man lange Freude an seinem Minischwein.

Frage: Wie hoch ist die Lebenserwartung?

Antwort: Etwa wie beim Hund bis zu 15 Jahren!!!

Frage: Wann wird ein Schwein geschlechtsreif?

Antwort: Eber decken locker mit einem halben Jahr. Auch die weiblichen Tiere werden in diesem Alter erstmalig rauschig. Doch Vorsicht! Tiere - vorausgesetzt man hat ein Paar - unbedingt trennen. Säue erst mir ca. 1 Jahr decken lassen. Wurfstärke bei echten Minis 3 bis 5!! (Sehen aus wie Sparschweine ohne Schlitz). Schweinchen haben schon Zähne, können sehen (wenn auch nicht gut - sind kurzsichtig) und können auch so schnell rennen, daß man Mühe hat sie zu fangen.

Frage: Kann man mit einem Schwein spazierengehen? (Dies ist eine oft gestellte Frage)

Antwort: Ja, jedoch n i c h t im Großstadtverkehr, auf öffentlichen Plätzen oder Parks. Dies bedeutet Dauerstreß und auch Gefahr z.B. durch fremde Hunde. Ein Spaziergang, gut angeleint mit Brustgeschirr am Feld- oder Waldrand macht dem Schweinchen Freude, besonders dann wenn der Besitzer auch die Geduld hat, es etwas wühlen und suchen zu lassen.

Frage: Worauf muß ich achten?

Antwort: Es besteht für jeden Züchter eine Kennzeichnungspflicht. Nach dem Seuchengesetz ist er verpflichtet regelmäßig Blutuntersuchungen durchzuführen und ein Bestandsbuch anzulegen. Wir selbst lassen unsere Tiere mit Mikrochip kennzeichnen, da die Öhrchen unserer Tiere zu klein für die Ohrmarken sind.

Frage: Wie teuer ist ein Minischwein?

Antwort: In der Regel muß für ein echtes Minischwein zwischen 800 und 1.200 DM gezahlt werden. Vorsicht vor sehr günstigen Angeboten. Oft wurde aus dem preisgünstigen Schnäppchen - Minischwein im Jahr drauf ein 80kg Tier.

Empfehlung: Zuerst Imformation einholen, viel lesen und mit Minischweinbesitzern (nicht Züchtern!!!!) reden, mehrere Zuchten ansehen, nochmals nachdenken ob Minischweine zur Familie passen und ob man alle "Macken" der Tiere akzeptieren kann und erst dann ein Tier anschaffen. Keine Spontankäufe nach Fernsehberichten.

Minischweine sind anstrengende - aber sehr menschliche - Haustiere.

Elke Glasser

Google

Wir möchten uns hiermit kurz vorstellen: Wir züchten seit geraumer Zeit Minischweine am Bodensee. Seit diese lustigen Tiere bei uns zuhause Einzug gehalten haben, können wir es uns nicht mehr vorstellen, wie es ohne sie war. Minischweine sind sehr kurzweilig und man könnte ihnen stundenlang zuschauen.

Besuchen Sie unsere Homepage (www.bodensee-minischweine.de) um sich einen Eindruck über uns und unsere Tiere zu machen.

Schweine im allgemeinen sind eigentlich recht saubere Tiere, sofern sie die Möglichkeit haben Ihre Exkremente (Mist) weg von ihrem Nest abzusetzen. Sie reagieren weniger empfindlich auf Kälte als auf Hitze und können ähnlich wie Hunde nicht schwitzen. Schweine können ausgezeichnet schwimmen.

Schweine haben ein sehr gutes Erinnerungsvermögen für negative Behandlungsweisen. Schon kurze oder einmalig schlechte Erfahrungen lassen sie furchtsam auf Menschen reagieren.

Schweine können Stimmen von Menschen unterscheiden und erkennen sofort, ob es sich um ein Fremden oder um die eigene "Familie" handelt. Zutrauen, Vertrauen und stressfreies Leben ist für Schweine das Größte und gibt ihnen größte Lebensqualität.

Schweine zeichnen sich durch ein sehr gut ausgebildetes Riechvermögen aus. Es stellt ihre Hauptinformationsquelle dar. Sie haben die höchste Riechzellenzahl aller bisher untersuchten Säugetiere, somit auch mehr als der für seine feine Nase bekannte Hund.

Schweine gehören zur Familie der Paarhufer. Sie haben sozusagen einen "gespaltenen Huf", genannt Klauen. Die Klauen der Tiere wachsen laufend nach und werden je nach Unterlage mehr oder weniger von allein abgerieben also abgenutzt.

Minischweine sind meist Kreuzungen aus verschiedenen Minischwein-Rassen. Oft wurden chinesische, indonesische und afrikanische Zwerg-Schweinchen eingekreuzt. Auch Hängebauchschweine sind oft bei den Vorfahren unserer heutigen Minischweine dabei. Sie sollten optisch die Verkleinerung unserer normalen, d.h. üblichen Hausschweine sein. Auch wenn unsere Minischweine um vieles kleiner und "schwächer" als ihre großen Verwandten anzusehen sind, sollte man sie jedoch nicht unterschätzen.

Einige Rassen sind: American Minipig, Göttiger Minischwein, Wiesenauer Minischwein, Münchner Miniaturschwein, Vietnamesische und Asiatische Hängebauchschweine ...

Minischweine haben eine Besonderheit: Sie haben keinen Ringelschwanz, sondern einen geraden, oftmals mit reichlich Borsten bewachsenen Schwanz.

Leider gibt es einige gesetzlichen Bestimmungen, die die Haltung, wie auch die Zucht von Minischweinen erschweren. Diese sind leider viel zuwenig bekannt, jedoch äußerst wichtig und haben manchmal fatale Folgen.

Einige wichtigen Punkte haben wir Ihnen nachfolgend aufgezählt. Leider enthält der Bericht von Frau Elke Glasser keinen dieser so sehr wichtigen Punkte. Der nachfolgende Text soll Ihnen ein ausführlicheres objektiveres Portrait über Minischweine vermitteln:

Die Kennzeichnungspflicht von Schweinen

Schweine, wie auch andere Nutztiere müssen seit 1995 lt. Viehverkehrsordnung (Gesetz!) in Form einer Ohrenmarke gekennzeichnet (begleitet) sein. Diese muss dem neuen Minischweinhalter auf jeden Fall vom Züchter ausgehändigt werden, falls sie sich nicht im Ohr befindet. Ohne diese Kennzeichnung dürfen Schweine (auch Minischweine) nicht mehr in den Verkehr gebracht (verkauft) werden. Ein eingesetzter Mikro-Chip reicht nach Auskunft des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten nicht aus, um den gesetzlichen Bestimmungen Folge zu leisten. (Siehe auch Bericht Frau Glasser, sie läßt ihre Tiere chipen!!!!) Leider gibt es noch zu viele Minischweinzüchter und auch Händler, die dies ignorieren. Der Bezug von Ohrenmarken geht nur über das Veterinäramt des zuständigen Landkreises und setzt voraus, dass der "Betrieb" dort angemeldet wurde. Dies zieht auch jährliche Blutuntersuchungen des gesamten Tierbestandes, zur Kontrolle von Viren und Seuchen, durch den Tierarzt nach sich und ist auch mit Kosten verbunden.

Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Minischwein ohne Ohrenmarke aus einem nicht kontrollierten Bestand (z.B. Zoogeschäft, Händler, Ignoranz des Züchters) Opfer des Amtstierarztes würde und die Tötung des Tieres von Amtswegen, aus Gefahr eines Seuchenausbruchs, angeordnet wird.

Haltung von Minischweinen

Minischweine sollten nicht nur als reine Wohnungstiere gehalten werden. Es entspricht nicht ihrer Natur. Es reicht auch nicht aus, mit dem Schweinchen, wie mit einem Hund, täglich an der Leine "gassi" zu gehen. Es braucht Auslauf um Springen und Laufen zu können. Die tägliche frische Luft zu jeder Jahreszeit fördert zudem seine Gesundheit und seinen Beschäftigungstrieb.

Minischweine sind wie ihre großen Artgenossen "Rottentiere" und sollten nicht ganz alleine gehalten werden, d.h. sie brauchen einen Kameraden. Die kann ein anderes Schweinchen, oder auch z.B. ein Hund sein, dem es sich anschließen kann.

Die beste Haltungsform in unseren Augen ist die kombinierte Haltung Garten/Wohnung (Haus). Hierbei hat das Schweinchen seinen eigenen Bereich im Garten, der eingezäunt sein sollte, darf aber auch mit in den Wohnbereich. Es ist auch möglich, Minischweine das ganz Jahr im Garten zu halten, soweit man ihnen einen isolierten Unterschlupf (z.B. große Hundehütte mit Stroh) zur Verfügung stellt.

Tierseuchenkasse

Alle Minischweine müssen, wie ihre großen Verwandten, bei der für den Halter zuständigen Tierseuchenkasse angemeldet werden. Dies schreibt der Gesetzgeber vor! Jedes Bundesland hat eine eigene Tierseuchenkasse. Der Betrag für ein Schweinchen beträgt jährlich keine 5,00 DM. Die Tierseuchenkasse bietet dafür eine Entschädigung für den Fall, dass bei einem Seuenausbruch Schweine (auch Minischweine) tierärztlich behandelt oder getötet werden müssen.

Tierkauf

Vor dem Kauf eines Minischweins sollte man sich gut überlegen, wie beim Kauf eines jeden anderen Tieres, ob man die Zeit für die Pflege auf die Dauer eines Minischweinlebens auf sich nehmen möchte. Sind auch alle Familienmitglieder mit der Anschaffung einverstanden?

Auf jeden Fall sollte man mehrere Züchter und auch Minischweinhalter besuchen um sich zu informieren und um sich ein Bild zu machen. Die Sympathie und auch die Auskunftsbereitschaft eines Züchters spielt hier eine große Rolle. Sehr wichtig ist auch, wie die Tiere gehalten werden und ob man die Elterntiere zu Gesicht bekommt. Nur aufgrund der Größe der Ferkel kann man nicht abschätzen, wie groß das Tier einst werden wird. Anhand der Größe der Elterntiere kann man auf die Größe deren Nachkommenschaft schließen!! Auch der Züchter sollte sich die Freiheit nehmen, den zukünftigen Minischweinhalter auf seine "Tauglichkeit" hin zu prüfen, und ggf. nicht an jeden X-Beliebigen, des Geldes wegen, ein Schweinchen verkaufen!

Leider gibt es noch keinen Zuchtverband von (seriösen) Minischweinzüchtern. Viele glauben noch immer, dass mit einer Minischweinzucht das große Gelde zu machen ist. Es werden viele Ferkelchen als Minischweine verkauft, die dann die Erwartungen des Halters nicht erfüllen, weil Ihre Eltern keine "Minischweine" waren. Beim Kauf eines Minischweines sollte man auf die erwähnten Punkte achten. Die meisten kümmern sich auch nicht um irgendwelche gesetzlichen Auflagen oder Bestimmungen. Diese "Züchter" sollte man nicht noch durch den Kauf eines Tieres unterstützen.

In den Medien wird immer wieder von Minischweinen gesprochen, die ausgewachsen scheinbar eine Größe von ca.25 cm und ein Gewicht von ca. 10 - 15 kg erreichen. Diese allzu kleinen Tiere entsammen meist sog. "Hungerzuchten". Diese Tiere werden künstlich durch Unter- und Fehlernährung klein gehalten! Diese Tiere werden vom ersten Lebenstag an nach einem vom "Züchter" vorgeschriebenen Futterplan ernährt, bei dem keine Rosine zu viel gefüttert werden darf. Diese Tiere dürfen sich ihr Leben lang (Dauer?) nicht satt fressen. Die Elterntiere dieser "Zwerge" sind jedoch viel größer als Ihre Nachkommen anscheinend werden, und die zukünftigen Minischweinhalter bekommen sie selten zu Gesicht. Dies kann wohl nicht im Wohl der Tiere sein, und wird von uns weder tolleriert noch unterstützt, im Gegenteil verurteilt. Unsere eigenen (Eltern-)Tiere sind ca. 38 cm hoch. Ihr Gewicht liegt bei ca. 20 - 25 kg, je nach Phase die das einzelne Tier gerade durchmacht.

Über die Ernährung von Minischweine gibt es auch unterschiedliche Meinungen. Das Futter sollte alle wichtigen Inhalts- und Zusatzstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente...) enthalten, die ein (Mini-)Schwein braucht. Sehr gut geeignet sind verschiedene Wildschwein- oder Pferdefuttersorten. Auch Obst und Gemüse müssen auf dem täglichen Speiseplan stehen. Frisches Wasser ist wohl selbstverständlich!

Wir sind bemüht, diese wichtigen Punkte publik zu machen, um den "illegalen" Minischweinhandel einzuschränken, um zuküntigen Minischweinbesitzern Ärger mit den Behörden und persönliche Enttäuschungen und um so manchem Minischwein ein Leben im Tierheim oder gar ein frühzeitiges Ableben zu ersparen.

Gerne stehen wir Ihnen Rat und Tat zur Seite. Weitere Informationen geben wir Ihnen gerne. Wir freuen uns auf Ihr Email!

mit freundlichen Grüßen vom Bodensee

Ulrike & Roland Rinderer

Nachtrag zum Bericht von Elke Glasser:

In Deutschland besteht eine Kennzeichnungspflicht für Schweine, hier existiert aber von Bundesland zu Bundesland k e i n e einheitliche Regelung. Mir ist in Rheinland-Pfalz eine Kennzeichnung durch Mikrochip gestattet worden, da der Amtsveterinär eingesehen hat, daß die Öhrchen meiner Minischweine zu klein für die sehr großen Ohmarken sind. Selbstverständlich unterliege ich ansonsten den gesetzlichen Bestimmungen mit Blutabnahme und Bestandbuchführung. Zur Tierseuchenkasse: Bestände von " Nutztieren - Schweinen" sind meldepflichtig, da hier eine Entschädigung durch den Gesetzgeber in Falle einer Tierseuche besteht.... doch bedenkt man, dass im Falle einer Erkrankung von z.B. Schweinpest in der Nachbarschaft (Umkreis von vielleicht 30 km) festgestellt wird - u.U. alle Tiere (auch I h r Minischwein, welches nie Kontakt hatte) getötet werden..... Ich überlasse es jedem selbst sich an diese gesetzliche Vorschrift zu halten und für sich selbst zu entscheiden ob er ein "Nutztier" hält.

Zum Thema Ernährung: Ein Schwein hat einen völlig anderen Verdauungstrakt wie z.B. ein Pferd oder Schaf, sodaß meines Erachtens nur ein Schweinefutter in Frage kommt. Auch ist ein Wildschweinfutter am höheren Energiebedarf eines Wildtieres gemessen. Ein Minischwein hat einen völlig anderen Bedarf an Ernergie und Spurenelementen, weshalb ich unbedingt ein artgerechtes Futter empfehle. Pferdemüsli oder Pferdepellets sind für den Bedarf und Verdauungstrakt eines Pferdes hergestellt und werden vom Schwein nicht in seiner Gesamtheit aufgenommen. Hierzu kann man auch im Internet nachlesen.(Ernergiebedarf, Verwertung, Zusatzstoffe)

Leider ist es so, daß die Minischweinzüchter nicht an einem Strang ziehen und sich austauschen zum Wohle der Tiere, sondern durch Spitzfindigkeiten und verbogenen Unterstellungen andere Züchter verunglimpfen. Ich selbst empfehle jedem Minischweininteressenten sich nicht nur bei einem Züchter zu informieren, sondern den Kontakt zu privaten Haltern zu suchen und sich vor Ort die Haltung eines Minischweines anzusehen. Auch merkt man bei der Übernahme eines Ferkels ob dies von einem liebvollen und seriösen Züchter ist, der das Tier handzahm und menschengewohnt an seinen neuen Eigentümer übergibt. Ferner sollte ein Käufer nach Referenzen fragen und um Anschriften oder Telefonnummern von früheren Käufern bitten - so kann er sich dann selbst ein Bild von Größe, Charakter und Gesundheit der Nachkommen der Tiere des jeweiligen Minischweinzüchters machen. So trennt man die Streu vom Weizen.

Elke Glasser